Gemeinschaft Erfahren

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*** Aufgrund der aktuellen COVID-19-Situation haben wir uns dazu entschieden, Gemeinschaft Erfahren für dieses Jahr abzusagen. Das finden wir selbst sehr bedauerlich,  freuen uns jedoch über Eure Teilnahme 2021! Außerdem freuen wir uns euch für die Zwischenzeit ein Alternativprogramm anbieten zu können: GemeinschafsGeschichten!***


Welche Innere Haltung ermöglicht Gemeinschaft?

 „Dialogisches Leben ist nicht eins, in dem man viel mit Menschen zu tun hat, sondern eins, in dem man mit den Menschen, mit denen man es zu tun hat, wirklich zu tun hat. Freilich muss man, um zum anderen ausgehen zu können, den Ausgangsort inne haben, man muss bei sich gewesen sein.“ - Martin Buber

In Zeiten zunehmender Vereinzelung, gesellschaftlicher Zersplitterung und ökologischen Kollapses suchen immer mehr Menschen nach neuen Qualitäten des Miteinanders und experimentieren mit neuen Lebensentwürfen der Kooperation und des Teilens. Die Anzahl an Lebensgemeinschaften, Ökodörfern oder verwandten Netzwerken und Initiativen wächst und damit auch die Erforschung davon, was zu ihrem Gelingen beiträgt. Bisherige Gemeinschaftsforschung setzt sich vor allem aus systemtheoretischer Perspektive mit den Abläufen und Interaktionsformen wie Plenum, Konsens oder Abstimmung auseinander. Uns geht es vielmehr darum, aus welcher inneren Haltung diese Konzepte mit Leben gefüllt werden, statt der Methoden oder Werkzeuge mittels derer Gruppen sich organisieren. Uns interessiert die Frage, aus welcher Haltung heraus sich Menschen in Gemeinschaft begegnen und welche fühlbaren Qualitäten daraus entstehen für ein - wie Buber es ausdrückt - „dialogisches Leben“.

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen… wollen wir uns dieses Jahr zum zweiten Mal auf eine Forschungsreise begeben. Im Rahmen von zwei jeweils 14-tägigen Fahrradtouren laden wir wieder dazu ein Orte zu besuchen, an denen  sich Menschen zu einer Vision gemeinschaftlichen Lebens zusammengefunden haben. Auf den verschiedenen Stationen werden wir mit den Bewohner:innen über ihre Erfahrung über das Leben in Gemeinschaften ins Gespräch kommen.


Design der Tour

„Es gibt eine zarte Empirie, die sich mit dem Gegenstand innigst identisch macht und dadurch zur eigentlichen Theorie wird.“ - Goethe

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Unsere Forschungsmethoden... sind neben offenen Interviews vor allem unsere achtsame Wahrnehmung und Reflexion des Erlebten. Im Rahmen dieser „feinen Feldforschung“ halten wir unsere Erlebnisse fest - ohne abschließende Antworten anzustreben. Ziel ist es durch Beobachtungen und Dialoge Stimmungen und Qualitäten - zB beim gemeinsamen Kochen - zu erspüren und festzuhalten; hierbei fungiert die Forschungsgruppe als „Sinnesorgan“. Als sichtbares Ergebnis werden wir unsere Einsichten, Erkenntnisse und Erfahrungen zugänglich machen und nach außen transportieren und die Tour mit einer gemeinsamen Veröffentlichung abschließen.

Auf Grundlage unserer Erfahrungen und der hohen Nachfrage, bieten wir dieses Jahr zwei Touren an, die sich leicht in ihrer Forschungsmethode unterscheiden. Bei der ersten Tour wird das bewährte Format aus dem letzten Jahr fortgeführt, mit einer dialogbasierten Forschung. In täglichen Morgenrunden werden hier Erfahrungen und Beobachtungen zusammen reflektiert, wo jeweils ein komplexes Bild der besuchten Gemeinschaft entsteht. Bei der zweiten Tour verwenden wir einen kunstbasierten Verarbeitungsansatz.  Während der Fahrradtour möchten mir an bestimmten Punkten - z.B. vor und nach dem Besuch einer neuen Gemeinschaft - mithilfe des Einsatzes wiederkehrender, künstlerischer Methoden einen kreativen Reflexions- und Verarbeitungsrahmen anbieten.

Bei beiden Touren wird am Ende ein „Forschungsprodukt“ stehen, welches die Erkenntnisse und eingefangenen Qualitäten zusammenfasst. Dieses soll bei einem 2-tägiger Workshop mit der Zeitschrift „Oya“ im ko-kreativen Prozess entstehen. So wollen wir unsere Erlebnisse und Gedanken aufbereiten und gleichermaßen für uns abrunden sowie durch lebhafte Berichterstattung, Interviews oder andere Ausdrucksformen interessiertem Publikum Weise nachvollziehbar machen.

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