Glück als Staatsziel

04happ.span.jpgGlück als Staatsziel - Das gallische Dorf aus dem Osten

Wie kann man Wirtschaft verändern wenn unser Denken gleich bleibt? Welche Bedingungen braucht es, damit konkrete Initiativen im bestehenden System unterstützt werden können?
Das klingt vielleicht sehr wage und utopisch, aber im von der unsichtbaren Hand Mammons beherrschten „globalen Reich“, leistet ein kleines Land Widerstand. Bhutan, ein gallisches Dorf der Moderne, versucht die Wirtschaft anders zu denken und auf alte Gedanken ein neues Licht zu werfen. Das Projekt trägt den Arbeitstitel „Gross National Happiness“ (GNH).

GNH ist eine holistische Philosophie die sowohl materielle, als auch ideelle Werte im Wirtschaftsprozess berücksichtigt. Demnach besteht Reichtum nicht nur aus Geld, sondern auch immateriellen Gütern wie Gesundheit, intakter Umwelt etc.. Diese Wirtschaftsphilosophie rechnet mit der Tatsache, dass eine Balance der verschiedenen Aspekte des Lebens den Menschen glücklicher und somit reicher macht. Das deklarierte Ziel von GNH ist die Vermehrung des Glückes.

Das Konzept von GNH besteht aus vier Säulen. Diese beschreiben verschiedene Aspekte des Reichtums: eine gerechte soziale und wirtschaftliche Entwicklung, die Förderung einer lebendigen Kultur, ökologische Nachhaltigkeit zum Schutz der Natur und Good Governance. Diese Säulen sind aus der buddhistischen Ethik abgeleitet und werden in der Praxis durch deren Pflege unterstützt. Der Reichtum von Bhutan wird somit in neun verschiedenen Bereichen, wie z.B. psychologischem Wohlbefinden, ausgeglichenem Zeitgebrauch oder ökologischer Integration bemessen.

Das GNH Center hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Philosophie zu verbreiten und zu fördern. Mit Tagungen, Konferenzen, Vorträgen, Projekten und Ausbildungen, wird auf einen Paradigmenwechsel innerhalb der ökonomischen Theorien und der Wirtschaftspraxis hingearbeitet.

Schau mal auf deren Website vorbei...
www.gnhbhutan.org


Ein Beitrag von Matthias Niedermann